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Fünf Fehler bei der Natursteinsanierung

Die meisten Schäden an sanierten Fassaden entstehen nicht bei der Ausführung, sondern in der Vorbereitung. Fünf wiederkehrende Muster.

Orthofoto einer historischen Natursteinfassade
Orthofoto einer Natursteinfassade — Grundlage jeder Bestandsaufnahme

Natursteinsanierung klingt nach Handwerk. Sie ist aber vor allem Planung. Die meisten Schäden, die im Nachhinein an sanierten Fassaden auftreten, haben ihren Ursprung nicht in der Ausführung — sondern in der Vorbereitung.

01 · Ohne Bestandsaufnahme direkt ausschreiben

Wer ausschreibt, ohne vorher zu kartieren, schreibt auf Basis von Annahmen aus. Mengen werden geschätzt, Schadensbilder vermutet, Materialien pauschal vorgegeben. Das Ergebnis: Nachträge, Fehlleistungen und ein Endpreis, der mit der Kalkulation kaum noch etwas gemein hat.

02 · Den falschen Mörtel wählen

Historisches Mauerwerk verlangt einen Mörtel, der weicher ist als der Stein. Zu harte, zementgebundene Mörtel übertragen Spannungen in den Stein, statt sie abzuleiten — Risse und Absprengungen folgen. Die richtige Wahl setzt die Kenntnis des Originalsteins voraus.

03 · Feuchtigkeit ignorieren

Wer saniert, ohne den Feuchtehaushalt zu kennen, schädigt die Fassade nach kurzer Zeit erneut. Aufsteigende Feuchte, Schlagregen, Kondensation — je nach Ursache ist die Maßnahme eine andere. Wer das Symptom behandelt, ohne die Ursache zu kennen, behandelt auf Zeit.

04 · Reinigung falsch einsetzen

Hochdruck, Sandstrahlen, aggressive Chemie — alle drei richten an historischen Fassaden regelmäßig Schaden an. Porenstruktur, Oberfläche und Patina gehen verloren. Das Verfahren muss auf Steinart, Schadstoff und Zustand abgestimmt sein.

05 · Hubsteiger zu früh bestellen

Wer ohne vollständige Schadenserfassung zur Ausführung geht, erlebt auf der Baustelle Überraschungen: fehlende Positionen, falsche Mengen, erst jetzt sichtbare Folgeschäden. Ein zweiter Einsatz ist garantiert — mit allen Kosten für Anlieferung, Aufbau und Standzeit.

Alle fünf Fehler haben dieselbe Wurzel: zu wenig Wissen über den Bestand zu einem Zeitpunkt, an dem Entscheidungen noch günstig zu korrigieren wären. Eine systematische Bestandsaufnahme vor der Planung ist das wirksamste Gegenmittel.


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