Kaum ein Baudenkmal ist unberührt. Über Jahrzehnte wurde ergänzt, gefestigt, injiziert — oft ohne Dokumentation. Wer neu eingreift, trifft auf diese Vergangenheit.
Warum frühere Eingriffe ein Risiko sind
- Nicht dokumentierte Steinergänzungen: Material und Verwitterungsverhalten sind unbekannt. Bei neuen Arbeiten droht Schaden durch Materialkonflikte.
- Frühere Injektionen: Lage und Ausdehnung sind häufig nicht bekannt. Neue Bohrungen oder Injektionen können auf Harzkörper treffen — mit unvorhersehbaren Folgen.
Deshalb steht am Anfang jeder Maßnahme die Bestandsaufnahme: nicht nur der Schäden, sondern auch der früheren Eingriffe. Was bekannt ist, wird dokumentiert; was unbekannt bleibt, wird als solches gekennzeichnet.
Der entscheidende Grundsatz
Jede neue Maßnahme an einem Baudenkmal beginnt mit der Frage: Was ist bereits da? Wer ohne diese Kenntnis plant, plant im Dunkeln — und trägt die Konsequenzen, wenn die neue Maßnahme mit der Vergangenheit kollidiert.
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