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Fachwissen · Fassadenuntersuchung

Was kostet eine Fassadenuntersuchung — und was spart sie ein?

Eine fundierte Zustandserfassung wirkt zunächst wie ein Kostenpunkt. Tatsächlich verschiebt sie Aufwand dorthin, wo Fehler noch günstig zu korrigieren sind.

Aufgerüstete Fassade in der Untersuchung

Die häufigste Reaktion auf den Vorschlag einer Fassadenuntersuchung lautet: „Das ist doch zu teuer." In der Regel geht diese Rechnung nicht auf — und genau das lässt sich zeigen.

Was ist eine Fassadenuntersuchung?

Eine Fassadenuntersuchung ist die systematische, fachkundige Erfassung des baulichen Zustands einer Gebäudehülle. Sie umfasst die örtliche Begehung, eine fotografische Dokumentation, die Schadenskartierung sowie — je nach Aufgabenstellung — Materialproben und Laboranalysen.

Das Ergebnis ist keine gutachterliche Stellungnahme im Rechtssinne, sondern eine strukturierte Planungsgrundlage. Sie beantwortet die Frage: Was ist wo in welchem Zustand — und was muss in welcher Reihenfolge gemacht werden?

Was eine Untersuchung kostet

Die Kosten lassen sich nicht pauschal benennen. Sie hängen ab von:

Objektgröße und KomplexitätKirchturm, Einzelfassade oder gesamtes Gebäude
ZugänglichkeitEbenerdig, Gerüst erforderlich oder Drohneneinsatz
SchadensumfangSichtbarer Schaden oder verdeckte Befunde
UntersuchungstiefeBegehung, Kartierung oder Laboranalytik
ZieldokumentKurzbericht, Schadenskartierung oder vollständiges Leistungsverzeichnis

Was fehlt, wenn keine Untersuchung stattfindet

  • Fehlausschreibungen: Unvollständig erfasste Schadensbilder führen zu falschen Materialien, Methoden oder Mengen — und zu Nachtragsforderungen.
  • Ungeeignete Materialien: Ohne fachkundige Analyse werden am historischen Mauerwerk Materialien eingesetzt, die nicht zum Bestand passen. Die Behebung der Folgeschäden kann die ursprüngliche Maßnahme weit übersteigen.
  • Doppelter Hubsteigereinsatz: Wer ohne vollständige Schadenserfassung ausführt, riskiert einen zweiten, ungeplanten Einsatz — mit allen Kosten für Anlieferung, Aufbau und Standzeit.
  • Fördermittel-Verlust: Viele Programme der Denkmalpflege, Kirchen oder KfW setzen eine dokumentierte Zustandserfassung voraus. Ohne sie entfallen Zuschüsse, die die Untersuchungskosten oft übersteigen.
  • Planungsunsicherheit: Wer ohne gesicherte Grundlage plant, plant auf Unbekanntem. Überraschungen bei der Ausführung — wenn Änderungen teuer werden — sind dann die Regel.

Was eine Untersuchung konkret liefert

SchadenskartierungLagegetreue Erfassung aller Schäden in Plan oder Orthofoto
MaßnahmenkartierungZuordnung von Maßnahmen zu Schadensbereichen
MengenermittlungFlächengenaue Grundlage für Ausschreibung und Kostenschätzung
MaterialempfehlungAbstimmung auf Bestand, Steinart und Mörtelsystem
PrioritätensetzungWelche Maßnahmen sind dringend, welche können warten?
BehördendokumentationGrundlage für Denkmalschutzbehörde, Förderstellen, Archiv
Der entscheidende Grundsatz

Eine Fassadenuntersuchung ist keine Zusatzausgabe, sondern eine Planungsgrundlage. Sie verschiebt Aufwand von der teuren Ausführungs- in die günstigere Planungsphase. Die Frage ist nicht: Kann ich mir eine Untersuchung leisten? Sondern: Kann ich es mir leisten, ohne belastbare Grundlage zu sanieren?

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